Warum hast du Streuobstwiesen im Betrieb? Was sind die Vorteile?
Dominik Schreiber: 
Wenn sie richtig angelegt sind, sind Streuobstwiesen sehr resiliente Systeme und bieten Platz für Biodiversität. Außerdem sind sie landschaftsprägend und kulturgebend. Der Anbau von Streuobstwiesen bedeutet Lebensraum für Artenvielfalt zu schaffen, Quelle für gesunde Nahrungsmittel, Schutz vor Erosion sowie Klimaschutz durch Humusaufbau und CO2-Bindung. 

Was bedeutet die Anerkennung als „immaterielles Kulturerbe“ für euch?
Dominik Schreiber: 
Die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe macht hoffentlich vielen Leuten die Bedeutung von Streuobstwiesen in so vielen verschiedenen Bereichen bewusst. Denn sie können noch viel mehr als „nur“ Quelle für Früchte zu sein. 

Was sind deiner Meinung nach die größten Herausforderungen für den Streuobstanbau in Österreich?
Dominik Schreiber: 
Die Bäume auf Streuobstwiesen werden traditionell per Hand geerntet und geschnitten. Diese Arbeiten können einen hohen Stundenaufwand verursachen. Mit den stark gestiegenen Lohnkosten und den nicht im gleichen Ausmaß gestiegenen Erlösen für die Früchte der Streuobstwiesen geraten immer mehr Betriebe unter wirtschaftlichen Druck. Es wird in Zukunft wichtig sein, sich der Mechanisierung nicht zu verschränken und offen für effizienzsteigernde Lösungen zu sein.

Hast du Wünsche für die Zukunft in dem Zusammenhang?
Dominik Schreiber: 
Streuobstwiesen sind ein sehr wichtiges Kulturgut im ländlichen Raum. Leider müssen vielerorts Streuobstbestände aufgrund von nicht kostendeckenden Preisen reduziert werden und intensiven Anbausystemen weichen. Ich würde mir wünschen, dass diese wertschöpfenden Wiesen auch wieder mehr Wertschätzung erfahren. Dies kann meiner Meinung nach nur durch ausreichende Vermittlung von Know-how zum richtigen Anbau und Pflege sowie wertschätzenden Preisen für die Produzenten erreicht werden. 

Wir bedanken uns bei Dominik für das Interview. Er teilt sein Wissen auch auf seinem Youtube-Kanal: Obstbaumschule Schreiber - YouTube. Schau doch mal vorbei!


Wir haben nachgefragt... 

Interview mit einem Streuobstbauern